Klassische Briefmarken

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Sultan An-Alph-Abet

Die Erstausgaben der Türkei von 1863 sind interessant gestaltete Marken. Die Farben der unterschiedlichen Werte sind dezent matt und das orientalisch anmutende "Gekrakel" schafft einen gut anzuschauenden Kontrast. Also eine sehr gute klassische geschnittene Ausgabe, an die heran zu kommen gar nicht so einfach ist (Ich denke sie ist im Michel unterbewertet).

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Wer aber weis was auf diesen Marken abgebildet ist, bzw. was damit ausgesagt werden soll ? Denn "Gekrakel" ist es höchstens für die Nicht-Türkischen Augen. Der liegende Halbmond wird uns noch eingehen, aber die darüber liegende Hauptverzierung, welche Tughra oder Topra heißt gibt uns zu recht Rätsel auf.

In Zeiten als die Türkei oder besser bekannt als Osmanisches Reich noch Sultane besaß (das Osmanische Reich hatte bis 1922/23 Sultane bis Kemal Attatürk die Türkische Republik gründete) stand die Tughra anstelle der Namensunterschrift des Sultans, sozusagen als höchste Legitimation. Und das kam so:

1365 hatte der damalige Sultan Murad eine Urkunde für die Stadt Trapezunt (im Nordosten der heutigen Türkei) auszustellen. Zu dieser Zeit waren aber die allerwenigsten Menschen des Schreibens und des Lesens mächtig. Auch Sultan Murad hielt sich (genau wie viele andere Herrscher in der Welt) mit solchen Kleinigkeiten nicht auf. Aber er hatte eine geniale Methode, um zu unterschreiben. Er tauchte seine ganze Hand in die Tinte, dann legte er die drei mittleren Finger zusammen, spreizte Daumen und kleinen Finger ab und drückte mit dem Handballen auf das Papier. Fertig war die unverwechselbare Unterschrift des Herrschers.

Aus dieser Stempel-Methode entwickelten die Osmanen / Türken mit ein paar Verzierungen, die Tughra. Diese wurde das Siegel , welches unmittelbare Gesetzeskraft bedeutete. Es wurde einem besonderen Beamten anvertraut – dem Großwesir, der es um seinen Hals trug. Auf Missbrauch stand die Todesstrafe. Als Bedeutung wurde hinein interpretiert: "Die gesamte Linie des Sultans (mit seinem Namen) ist immer siegreich !"

Die Tughra kommt übrigens auf vielen weiteren Marken des Osmanischen Reiches bis zur Gründung der Türkischen Republik vor.


Wir interpretieren eine Tughra

 

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