Klassische Briefmarken

Gästebuch
Gästebuch
 

Mein Schatzkästchen

Zurück zur Einführung

Die geheimnisvolle chinesische Eilbriefmarke von 1905 !

In einer uralten Schwarte mit sehr gutem Überseeanteil entdeckte ich unter dem China – Teil folgende Marke:

Nun war guter Rat teuer – wieso hatte ein mir unbekannter Sammler vor mindestens 70 Jahren (solange ruhte die Schwarte) diese Marke mit in seine Sammlung aufgenommen? Ich konnte sie in keinem Katalog entdecken und da ich der chinesischen Schrift nicht mächtig bin konnte ich über deren Ausgabewert auch nichts sagen. Express letter deutete daraufhin , das es sich hier wohl um eine Eilzustellungsmarke o.ä. handeln musste. Der Stempel HARBIN zeigte über Internetrecherche, dass diese Marke tatsächlich in China gelaufen war.

Bilder aus Harbin:

Sämtliche heutige Chinaexperten , die ich befragte, konnten mir nicht weiterhelfen. Also vertagte ich das Problem. Bald darauf nahm ich mir eines nachmittags meine Sammlung gebundener "Illustriertes Briefmarken – Journal" (Organ für die Gesamt-Interessen der Briefmarkenkunde) von 1905 bis 1908 zur Hand. Ein beruhigendes Gefühl stellte sich beim Durchblättern und lesen bei mir ein. Plötzlich war ich wie elektrisiert als ich auf folgenden Artikel der Ausgabe 15 vom 03. August 1907 stieß:

Nun war es klar die Marke konnte identifiziert werden, so hoffte ich wenigstens . Sie entsprach meiner Marke bis auf die Zeichnung des Drachens bis ins Detail. Allerdings fehlte demnach meiner Marke der linke Abschnitt, denn ich hatte nur drei Teile nicht vier, was könnte es wohl damit auf sichen haben ?  Sehr interessiert las ich weiter und hoffte auf die gute alte Generation der deutschen Markensammler, die um 1900 auch schon sehr verbreitet im Asiatischen Raum   tätig waren. Und tatsächlich nur 2 Nummern später – Nr. 17 vom 01.September 1907 - des Illustrierten Briefmarken-Jounals fand ich folgenden Artikel:

Hier gehts noch weiter:

Nun hatte ich Aufklärung : Es handelte sich um ein Dokument zur Feststellung geleisteter Eilbriefdienste , die in Vier Teilen jeweils unterschiedliche Bedeutung haben. Den rechten äußeren teil bekam der einlieferer als Quittung für die gezahlten 10 Cent ebenso behielt der Einlieferer den äußersten linken Teil, der im Block befestigt war (um eventuell Empfängerdaten einzutragen. Die Mitte des Stücks mit der Bezeichnung Chinese Imperial Post behielt der Briefträger, der damit einmal im Monat seine Provision erhielt. Das Kopfstück des Drachens wurde nach Unterschrift durch den Empfänger  bei der Post verwahrt als Nachweis der geleisteten Dienste. Eine sehr interessante Geschichte fand ich – mit einer sehr schönen Aufklärung. Das die Marke nicht ganz komplett war machte nichts, denn auch dem Schreiber vor 100 Jahren war es nicht möglich gewesen ob bester Kontakte die gesamte Marke zu erstehen. Sie bekommt einen Ehrenplatz in meiner Sammlung.

Wie ich auf die größte Marke der Welt komme ?

Im Buch "Was ist Was - Briefmarken (Band 52)" steht auf Seite 25 , ich zitiere : „Als größte Marken der Welt gelten spezielle Eilbriefmarken aus China, die zwischen 1905 und 1912 im Format 210 x 65 mm ungezähnt verausgabt wurden.“ Ich habe nachgemessen, es stimmt  !!

Wir sehen selbst kriminalistischen Spürsinn kann ich als Briefmarkensammler entwickeln – und auch hier hilft oft Kommissar Zufall auf den richtigen Weg.

 

Zurück zur Einführung

[ Zum Seitenanfang ]

Impressum