Klassische Briefmarken

Gästebuch
Gästebuch
 

Sammlerausrüstung damals/heute

Damals

Heute

Damals

1840 kam in Großbritannien die erste Briefmarke der Welt heraus, schon in den 50er Jahren entwickelten sich die ersten Markensammler. Ab 1860 gab es das erste Markenalbum , entwickelt von Monsieur Lallier aus Paris . Es hatte ein flaches Querformat und war außen in Leder gebunden, auf den inneren rechten Seiten befand sich für jede bisher erschienene Marke ein Leerfeld, in das die jeweilige Marke eingeklebt werden konnte. Auf der gegenüberliegenden linken Seite waren Wappen des Landes, Fahne und eine Beschreibung der Geographie sowie der bisherigen verausgabten Marken. Wenn man es genau nimmt hat sich auf dem Albumsektor bezüglich der Aufmachung seit damals nicht viel getan. Anders das Einkleben der Marken. Befestigt wurden die Marken damals mit Knochenleim oder Gummi arabicum, dieses zog wie jeder heutige Sammler sich denken kann immense Schäden am Markenmaterial nach sich.

Nachdem die ersten Sammler noch Leime oder anderen Kleister genommen hatten um Ihre Marken einzukleben entwickelte sich bald die Sitte die Bogenränder der Klassikmarken zu nehmen, auszuschneiden und dann so umzuknicken, das ein Teil der Klebefläche an der Marke, der andere an der Albenseite haftete – dieses wurde schon um 1867 von französischen Philatelisten vorgeschlagen. 1881 bot der Frankfurter Briefmarkenhändler Dauth 1000 "Marken-Charniere" für 75 Pfennig an. Diese waren im Prinzip schon wie unsere heutigen Falze einseitig gummiert und einmal geknickt . Danach wurden Versuche mit wechselseitig gummierten Klebefalzen unternommen, diese konnten sich allerdings nie durchsetzen. Gegen 1938 kamen sogenannte Schonfalze auf den Markt, mit diesen sollte es möglich sein postfrische Marken so einzukleben, dass der Falz sich nach Benutzung ohne Spuren wieder entfernen ließ. Dieses sollte mit einem Trockenklebstoff erreicht werden. Es stellte sich leider heraus, dass nach Jahren der Verweildauer die postfrischen Marken einen äußerst hässlichen Fettfleck an der Stelle davon trugen, wo der Schonfalz gesessen hatte. Der Kleber war also nicht ausgereift genug – hohe Materialschäden waren die Folge. Heute werden die guten alten Falze nur noch für gestempelte Marken verwandt für Postfrische Marken hat man mittlerweile ein Klemmtaschensystem aus Kunststofffolie.

Auf die beste Erhaltung oder den idealen Stempel wurde früher in den allermeisten Fällen nicht geachtet nach dem Motto: Hauptsache da. In einer Zeit, in der der Stundenlohn eines Arbeiters in die Pfennige ging, war es den wenigsten möglich überhaupt ein Hobby zu pflegen, welches Geld kostete, die ersten Sammler waren daher gut betuchte Herren. Dieses änderte sich mit der Produktivität und dem damit verbundenen steigen der Löhne, so bekamen auch breitere Schichten die Möglichkeit die tollen Marken zu sammeln. Damals war man Generalsammler, d.h. die ganze Welt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts tat sich im Sammlerwesen eine ganze Menge, es gab Anfang des 20. Jahrhunderts unterschiedliche Albenqualitäten – einfache Alben für wenig betuchte Sammler mit nur den einfachen, günstigen Marken, sowie mittlere bis hin zu den Komplettalben mit Vordrucken für alle jemals erschienenen Marken. Lupen waren schon geschätzte Requisiten, Pinzetten wurden so häufig noch nicht benutzt, Kataloge sind aus den Verkaufslisten der großen Briefmarkenhändler hervorgegangen, später gaben dann diese Händler eigenständige Kataloge heraus , man denke nur an die bekannten Leipziger Briefmarkenhändler Senf und ihren berühmten Katalog.

Hierzu nun noch ein paar Anzeigen aus philatelistischen Zeitschriften zwischen 1899 und 1909:

Anzeige 1:
Tausch und Auswahlbogen für Dubletten zum Tauschen für die einfache Ware.


Anzeige 2:
Pinzetten als nützliches Utensil durchaus im Angebot


Anzeige 3:
Tauschhefte mit Einzelfeldern für jede Marke zum Auszeichnen für die bessere Ware.


Anzeige 4:
Schaubeks Briefmarken-Alben. Für jeden Sammler etwas dabei,
für den einfachen nur die billigen Marken
und für den mittleren mit besseren Marken
und für den betuchten Sammler mit allen Marken die es gegeben hat.


Anzeige 5:
Ein echter Fortschritt: Die Klebefalze.
So konnten zumindest die gestempelten Marken wieder gerettet werden.


Anzeige 6:
Ein Katalog gehört dazu , zum Klassifizieren und Einordnen.
Wenn man die damaligen Preise sieht kann man schon ins Grübeln kommen , allerdings war der frühere Verdienst der arbeitenden Bevölkerung auch nur ein Bruchteil des heutigen.


 

Damals

Heute

[ Zum Seitenanfang ]

Impressum